Nicht mehr benötigte Schuldbriefe sollten nicht gelöscht werden

Wird für den Kauf einer Liegenschaft eine Hypothek benötigt, verlangt die Bank zur Absicherung ein sogenanntes Grundpfandrecht. Dadurch hat sie bei Zahlungsunfähigkeit des Hypothekarschuldners die Möglichkeit, sich ihr Geld durch den Verkauf der Liegenschaft wieder zurückzuholen. Damit dieses Grundpfandrecht ausgeübt werden kann, muss ein Schuldbrief errichtet werden. Dieser begründet eine persönliche Forderung der Bank an den Schuldner, die durch das Grundpfand sichergestellt ist. Bis 2012 wurden Schuldbriefe noch in Papierform ausgestellt. Seither erfolgt meist nur noch ein Eintrag im Grundbuch – Fachleute sprechen von einem Register-Schuldbrief.

Gerade aufs Alter hin zahlen viele Schuldner ihre Hypothek zurück. Mit der vollständigen Amortisation der Hypothek wird auch der Schuldbrief nicht mehr benötigt und der Liegenschaftseigentümer kann von der Bank verlangen, dass diese das Papier zurückgibt oder dass ein Register-Schuldbrief auf den Namen des Schuldners umgeschrieben wird.

Einen nicht mehr benötigten Schuldbrief ganz löschen zu lassen wäre zwar möglich, macht aber in den meisten Fällen keinen Sinn. Denn wird später beispielsweise für einen grösseren Umbau trotzdem wieder eine Hypothek benötigt, müsste gegen eine relativ hohe Gebühr extra ein neuer Schuldbrief errichtet werden. Je nach Kanton und Höhe des Schuldwertes sind dafür schnell einige hundert Franken fällig. Zudem kann ein Schuldbrief auch problemlos an den neuen Eigentümer der Liegenschaft weitergegeben werden. Das erspart diesen beim Abschliessen einer eigenen Hypothek die Kosten für die Errichtung eines eigenen Briefes. Wichtig zu wissen: Ein Schuldbrief auf Papier muss sicher aufbewahrt werden und darf nicht verloren gehen. Zur Sicherheit kann man diesen auch in einen Register-Schuldbrief umwandeln lassen.

 

Schnee und Eis: Wer haftet bei einem Unfall?

Über Nacht hat es einen halben Meter Neuschnee hingeworfen. Es ist fünf Uhr morgens und bald kommt die Zeitungsverträgerin. Sollte diese auf dem Zugangsweg zum Haus ausrutschen und sich etwas brechen, wer haftet dann? Der Liegenschaftsbesitzer, der es versäumt hat, in aller Herrgottsfrühe den Schnee zu räumen? Dabei gilt es als erstes die Frage zu klären: Wer hat überhaupt die Pflicht zum Schnee räumen? Mieter in einem Mehrfamilienhaus beispielsweise nur, wenn dies im Mietvertrag so vereinbart ist oder sofern es in der Hausordnung steht und diese im Mietvertrag als «integrierender Bestandteil» aufgeführt ist. Anders sieht es bei Mietern von Einfamilienhäusern aus: Diese sind, wie ein Hauseigentümer auch, selbst für die Schneeräumung verantwortlich. Im Stockwerkeigentum ist die Gemeinschaft dafür zuständig, weshalb dies möglichst klar geregelt werden sollte.

Passiert aufgrund mangelnden Unterhalts ein Unfall oder ein Sachschaden, haftet grundsätzlich der Eigentümer einer Liegenschaft. Hat dieser einen Hauswart oder einen Mieter mit dem Unterhalt beauftragt, können diese Personen zur Verantwortung gezogen werden. Um sich vor möglichen Haftungsforderungen zu schützen, genügt für selbstbewohnte Einfamilienhäuser die normale Privathaftpflichtversicherung. Bei nicht selbst bewohnten Liegenschaften oder für Eigentümergemeinschaften empfiehlt sich der Abschluss einer Gebäudehaftpflichtversicherung.

Eine klare gesetzliche Regelung, was zu einem ordentlichen Unterhalt gehört, gibt es nicht. Um Dachlawinen oder fallende Eiszapfen zu verhindern, sollten Dächer etwa im Rahmen des Zumutbaren unterhalten werden. Und die Schneeräumungspflicht beschränkt sich auf die Zeit des häufigsten Fussgängerverkehrs: etwa von 7 bis 21 Uhr. Bei nächtlichem Schneefall muss also nicht zwingend in aller Herrgottsfrühe aufgestanden werden.

Beim Verkauf unter Freunden braucht es klare Spielregeln

Der Weiterverkauf einer Eigentumswohnung oder eines Hauses an Freunde, Verwandte oder Bekannte scheint auf den ersten Blick eine einfache Lösung zu sein. Denn damit spart man sich die aufwändige Suche nach einem Käufer. Doch die Sache hat auch eine Kehrseite: Während man bei einem freien Verkauf den höchstmöglichen Marktpreis erzielen kann, hat man bei Menschen, die man gut kennt, unter Umständen Hemmungen, das Maximum heraus zu holen – schliesslich will man das freundschaftliche Verhältnis nicht aufs Spiel setzen. Ziehen Sie es in Betracht, Ihre Liegenschaft im Verwandten- oder Freundeskreis zu verkaufen, sollten Sie sich dessen bewusst sein. Wollen Sie diesem Problem aus dem Weg gehen, müssen Sie von Beginn an klar kommunizieren, ob Sie das Objekt dem Meistbietenden oder zu einem fixen Preis verkaufen – unabhängig davon, ob es sich um Freunde oder Verwandte handelt.

Können Sie sich eine Weitergabe im näheren Umfeld vorstellen, ist es wichtig, sich vor dem ersten Gespräch zu überlegen, wie der Verkaufspreis festgelegt werden soll. So können Sie beispielsweise den von einem Schätzer oder im Rahmen einer hedonischen Bewertung ermittelten Preis als Verhandlungsbasis nehmen. Eine andere Möglichkeit ist es, das Haus normal auszuschreiben und interessierten Freunden oder Verwandten einen zuvor festgelegten Rabatt auf den Preis zu gewähren, den der Meistbietende zu bezahlen bereit wäre.

Geben Sie das Haus oder die Wohnung zu einem Preis weiter, der klar unter dem Marktwert liegt – etwa um Freunden einen Gefallen zu tun –, sollten Sie auf alle Fälle sicherstellen, dass diese das Objekt nicht kurz darauf zu einem wesentlich höheren Preis weiterverkaufen und den Gewinn einstecken können. Am einfachsten geht das mit dem Eintrag eines zeitlich befristeten Vorkaufsrechts im Grundbuch.

Wann müssen Wohnräume geheizt werden?

Der Winter bringt nicht nur Kälte mit sich, sondern oft auch Diskussionen über das Heizen von Mietwohnungen sowie die richtige Raumtemperatur. Grundsätzlich ist ein Liegenschaftsbesitzer verpflichtet, die von ihm vermieteten Räume ausreichend zu beheizen. Basis dafür bildet der Artikel 256 OR. Dieser hält fest, dass der Vermieter die Mietsache «in einem zum Gebrauch tauglichen Zustand zu erhalten habe». Dazu gehören auch ausreichend warme Wohnräume.

Bezüglich der richtigen Temperatur für Wohnräume gibt es aber keine festgeschriebenen Regeln. Aufgrund der Gerichtspraxis und der heutigen Lebensgewohnheiten gelten aber 20 bis 21 Grad im Zeitraum zwischen sieben Uhr am Morgen und elf Uhr am Abend als angemessene Raumtemperatur. Der Vermieter einer Liegenschaft muss also seine Heizanlage so einstellen, dass sich damit dieses Temperaturlevel erreichen lässt. Während der Nachtstunden darf die Temperatur hingegen abgesenkt werden. Das spart Energie, was über die Heizkostenabrechnung auch den Mietern zugutekommt. Bei der Absenkung ist aber darauf zu achten, dass die Temperatur in den Wohnräumen nicht zu tief fällt, da dies Feuchtigkeit nach sich ziehen könnte.

Geheizt werden muss hierzulande nicht nur in den kalten Wintermonaten. Die Pflicht gilt auch dann, wenn die Raumtemperatur wegen eines Kälteeinbruchs in der restlichen Jahreszeit tagsüber unter 18 Grad fällt. Aufs Anstellen der Heizung verzichten darf man in einem solchen Fall nur, wenn aufgrund der Wetterprognose klar ist, dass die kalte Zeit nicht mehr als zwei bis drei Tage dauert. Bei modernen Heizanlagen mit Aussentemperaturfühler muss man sich um solche Dinge in der Regel aber nicht kümmern. Diese sind so programmiert, dass sie, abhängig von der Raumtemperatur und der Witterung, wenn nötig selbstständig starten.

 

Stockwerkeigentum: Energetische Sanierung initiieren

Aufgrund der früheren Bauweise, die ohne oder nur mit einer dünnen Wärmedämmung auskam, verbraucht ein Grossteil der Liegenschaften in der Schweiz mehr Heizenergie als tatsächlich nötig wäre. Das trifft auch auf viele Mehrfamilienhäuser im Stockwerkeigentum zu. Leider ist gerade hier die Initialzündung für eine energetische Sanierung nicht immer einfach. Denn diese zählt im Normalfall zu den sogenannten «nützlichen Massnahmen». Damit diese umgesetzt werden können, braucht es an einer Stockwerkeigentümerversammlung ein «qualifiziertes Mehr». Also nicht nur die Mehrheit der anwesenden Stockwerkeigentümer muss dafür stimmen, sondern sie müssen auch über mehr als die Hälfte aller Wertquoten verfügen.

Wer eine Wärmedämmung anbringen oder die alten Fenster durch solche mit Wärmeschutzverglasung ersetzen möchte, muss als erstes in der Gemeinschaft Überzeugungsarbeit leisten. Argumente die dabei helfen, können Folgende sein: Durch eine energetische Sanierung gewinnt nicht nur die Liegenschaft als Ganzes, sondern jede Stockwerkeinheit an Wert. Ausserdem können durch solche Massnahmen die Nebenkosten gesenkt und die Wohnqualität gesteigert werden. Zudem gibt es hierfür derzeit von Bund, Kantonen und einigen Energieversorgern Fördergelder, die das Projekt erschwinglicher machen.

Noch günstiger fällt eine energetische Sanierung aus, wenn sie im Rahmen von sowieso nötigen Unterhalts- oder Renovationsarbeiten gemacht wird. Auf jeden Fall lohnt es sich, möglichst früh einen Experten beizuziehen (Architekt, Energieberater). Damit können Planungsfehler vermieden werden und meist macht dies auch die Konsensfindung in der Gemeinschaft einfacher. Sind die Eigentümer grundsätzlich für eine Sanierung, gilt es zu prüfen, ob im Erneuerungsfonds auch genügend Geld für ein solches Projekt vorhanden ist.

Steigende Eigenheimpreise, stagnierende Mietzinsen

Wer in der Ostschweiz aktuell ein Einfamilienhaus oder eine Eigentumswohnung erwerben möchte, bezahlt in den meisten Regionen klar höhere Preise als noch ein Jahr zuvor. Das zeigen die aktuellen Erhebungen des Beratungsunternehmens WüestPartner aus Zürich. So legten die Preise für Einfamilienhäuser, ausser in Appenzell Innerrhoden, überall in der Ostschweiz stark zu, bewegen sich aber im schweizweiten Vergleich immer noch grösstenteils auf mittlerem Niveau. Ähnlich sieht es bei den Eigentumswohnungen aus. Auch hier stagnierten die Preise nur in Appenzell Innerrhoden sowie im Linthgebiet und im Rheintal. In den restlichen Regionen der Ostschweiz zeigt das Preisbarometer hingegen klar steigende Werte.

Am teuersten sind Eigenheime in der Ostschweiz derzeit im Linthgebiet. Preistreibend wirken sich hier vor allem die guten Lagen am Obersee und die Nähe zu Zürich aus. Ein Einfamilienhaus mit sechs Zimmern kostet im Linthgebiet gemäss WüestPartner durchschnittlich klar mehr als eine Million Franken und für eine Eigentumswohnung mit fünf Zimmern müssen um die 850’000 Franken bezahlt werden. Im Toggenburg dagegen wäre dasselbe Haus für 668’000 Franken zu haben und die Eigentumswohnung für 609’000 Franken.

Anders sieht es bei den Mietwohnungen aus. Hier stagnierten die Preise im Vergleich zum Vorjahr fast in der ganzen Ostschweiz. Steigende Mieten beobachteten die Spezialisten von WüestPartner nur gerade in den Regionen Werdenberg und Sarganserland. Analog zu den Preisen auf dem Eigenheimmarkt bewegen sich auch die Mietzinsen in der Ostschweiz im schweizweiten Vergleich grösstenteils auf einem durchschnittlichen Niveau. So ist beispielsweise eine durchschnittliche Vierzimmer-Wohnung in der Stadt St. Gallen für 1’360 Franken zu haben, in Zürich hingegen wären dafür 2’370 Franken zu bezahlen.

Kann ich mir das Eigenheim leisten?

Seit Jahren sind die Hypothekarzinsen auf einem Tiefststand. Noch nie war der Kredit für das Eigenheim so günstig. Damit sollte der Traum von den eigenen vier Wänden nun doch viel einfacher zu realisieren sein – könnte man meinen. Dem ist aber nicht so. Ob ein Finanzinstitut einen Hypothekarkredit spricht, hängt hauptsächlich von zwei Faktoren ab: den finanziellen Eigenmitteln und dem jährlichen Einkommen.

 

Bei den Eigenmitteln gilt nach wie vor die alte Regel: Mindestens 20 Prozent des Kaufpreises müssen Sie als Käufer selbst aufbringen. Neu dabei ist aber, dass sich die Banken seit 2012 schärfere Regeln auferlegt haben: So müssen heute mindestens 10 Prozent des Belehnungswertes als «echtes» Eigenkapital eingebracht werden – der Vorbezug von Pensionskassenguthaben zählt beispielsweise nicht dazu. Das heisst konkret: Im Gegensatz zu früher kann nicht mehr das gesamte Eigenkapital mit Geld aus der 2. Säule finanziert werden.

 

Beim jährlichen Bruttoeinkommen schaut die Bank darauf, ob Sie sich damit die Belastung durch die Immobilie auch wirklich leisten können. In der sogenannten Tragbarkeitsrechnung werden die Nebenkosten für die Liegenschaft, die Kosten für die Amortisation und die Zinsen der Hypothek dem Einkommen gegenübergestellt. Die Regel lautet: Die Kosten dürfen maximal einen Drittel des Bruttoeinkommens ausmachen.

 

Beim heutigen Niveau der Hypothekarzinsen würde diese Rechnung schnell aufgehen. Nur rechnet die Bank anders: Sie geht aus Sicherheitsgründen von einem künftig zu erwartenden Zins aus und kalkuliert in der Tragbarkeitsrechnung nach wie vor mit rund 4.5 bis 5 Prozent. Neben den derzeit hohen Immobilienpreisen ist dies der Hauptgrund, warum der Traum vom Eigenheim trotz Tiefzinsphase auch heute nicht einfacher zu realisieren ist als zu Zeiten höherer Zinsen.

Tipps für Bieterrunden beim Immobilienkauf

Wer auf dem Basar einen Teppich erstehen will, kennt das: Es muss gehandelt werden. Ähnlich läuft es oft beim Kauf einer Bestandesimmobilie. Auch hier ist der Preis meist Verhandlungssache. Gerade Objekte an guten Lagen werden selten für einen fixen Betrag verkauft, sondern gehen an den Meistbietenden. Während der Händler auf dem Basar zuerst gerne einen Fantasiebetrag nennt und man sich am Schluss irgendwo in der Mitte findet, bildet bei Immobilien meist eine Schätzung die Basis für die Preisverhandlungen. Oft wird der Ablauf des Verkaufsprozesses bereits in den Unterlagen beschrieben. Beliebt sind speziell bei grösseren Anlageobjekten zweistufige Verfahren: In einem ersten Schritt geben alle Interessenten ein Gebot ab. Die zwei oder drei Höchstbietenden kommen dann in die zweite Runde. Dort erfahren die verbleibenden Kaufinteressenten zuerst, was der Konkurrent geboten hat und können anschliessend ein finales Angebot abgeben. Das Rennen macht dann schlussendlich der Meistbietende.

 

Wenn Sie an einem solchen Bieterverfahren teilnehmen, sollten Sie zuallererst mit der Bank klären, in welchem Umfang diese Ihnen einen Hypothekarkredit gewährt. Dieser Betrag plus das verfügbare Eigenkapital bilden die Obergrenze für den Kaufpreis. Je nach Zustand des Objekts müssen Sie davon aber noch die geschätzten Kosten für eine allenfalls nötige Renovation abziehen. In der ersten Runde ist es wichtig, das Gebot so anzusetzen, dass Sie im Rennen bleiben, aber für eine zweite Runde allenfalls Spielraum nach oben haben.

 

Wichtig: Bieten Sie beim zweiten Durchgang keine runde Summe, also nicht 1’200’000 Franken, sondern besser 1’201’000 Franken. Die zusätzlichen 1’000 Franken können entscheidend sein, da viele Kaufinteressenten eine runde Summe nennen. So erhöhen Sie mit einem vergleichsweise kleinen Betrag Ihre Chance, den Zuschlag für die Liegenschaft zu erhalten.

Nach den Bauarbeiten die Abnahme nicht vergessen

Ein Kratzer im neuen Eichenparkett, die Steckdose am falschen Ort platziert, eine lotternde Küchenschublade oder gar ein undichtes Dach: Wer einen Neubau kauft oder eine bestehende Liegenschaft umbaut, wird auf jeden Fall Mängel finden. Darum empfiehlt es sich, bereits bei Vertragsabschluss eine ordentliche Bauabnahme zu vereinbaren. Ähnlich wie bei der Wohnungsabnahme für Mieter geht es dabei darum, sämtliche Mängel am Bauwerk festzustellen und zu rügen. Grundsätzlich sind Handwerker während der Garantiefrist verpflichtet Mängel zu beheben. Aber Achtung: Nur wenn diese rechtzeitig gerügt werden – nämlich sofort nachdem ein Mangel entdeckt wurde.

 

Das nimmt die Bauherren in die Pflicht, das Gebäude genau auf Mängel zu prüfen – am besten mittels einer detaillierten Bauabnahme. Dabei werden in einem Abnahmeprotokoll sämtliche Mängel und der Termin für deren Behebung durch den betreffenden Handwerker festgehalten. Vorzugsweise nimmt man die Abnahme mit dem Architekten, dem Bauleiter oder einem unabhängigen Experten (bspw. einem Bauherrenberater) vor.

 

Denn eine der Schwierigkeiten bei der Bauabnahme ist, dass der Bauherr als Laie gewisse Mängel eventuell gar nicht erkennt. Und das kann weitreichende Folgen haben: Werden offensichtliche Mängel, also jene, die bei einer genauen Prüfung erkannt werden sollten, bei der Bauabnahme nicht gerügt, dann gilt das Werk selbst mit dem Mangel als abgenommen und es besteht keinerlei Garantieanspruch mehr.

 

Neben der Festlegung einer ordentlichen Bauabnahme in den Verträgen lohnt es sich ausserdem, dort die SIA-Norm 118 als verbindlich zu erklären. Dies hat für die Bauherren zwei Vorteile: Erstens haben diese dadurch eine zweijährige Rügefrist, während der Mängel jederzeit gerügt werden können. Zweitens wird dank der Norm die Beweislast umgekehrt: Nicht der Bauherr muss einen Mangel beweisen, sondern der Handwerker, dass kein solcher besteht.

 

Wie findet man passende Architekten für Umbauten?

Der Altbau gefällt, der Preis passt, aber ein Umbau ist nötig. Wer eine Bestandesliegenschaft kauft, möchte sie in der Regel gerne seinen Wohnwünschen anpassen. Ist dazu mehr nötig als nur ein frischer Anstrich oder ein neuer Bodenbelag, lohnt es sich, einen Architekten mit der Planung und Durchführung der Arbeiten zu beauftragen. Während der Planungs- und Bauzeit wird er eine Schlüsselfunktion übernehmen und Sie über Monate hinweg begleiten. Deshalb sollte man sorgfältig nach dem passenden Planer suchen sowie ihn auf Herz und Nieren prüfen.

 

Gefunden werden kann der richtige Architekt über verschiedene Kanäle: Am einfachsten ist es, Verwandte oder Bekannte zu fragen, die in letzter Zeit ihr Haus umgebaut haben und dessen Architektur gefällt. Sie können aber auch auf spezialisierten Internetseiten (z.B. www.swissarchitects.com) nach Architekten suchen oder Wohn- und Architekturzeitschriften durchforsten. Wichtig ist zuerst einmal, dass der Stil des Architekten den eigenen Vorstellungen nahekommt, zudem sollte er über Erfahrung mit Umbauten verfügen, sein Büro nicht allzu weit weg vom Standort des Hauses haben und gute Referenzen vorweisen können. Letztere müssen Sie unbedingt durch persönliche Nachfrage bei den Bauherrschaften prüfen.

 

Wichtig ist aber auch der persönliche Eindruck: Stimmt die Chemie zwischen Ihnen? Ist der Architekt bereit Ihre Wünsche aufzunehmen oder versucht er, seinen Stil durchzudrücken? Kann er gut zuhören? Stimmt Ihr Bauchgefühl? Passt alles, wird über`s Geld geredet: Lassen Sie sich vor der Auftragsvergabe eine Grobkostenschätzung für den Umbau und eine Offerte für das Honorar des Architekten erstellen. Ist auch die finanzielle Seite geklärt, können Sie den Vertrag abschliessen – optimalerweise basiert dieser auf dem Mustervertrag des Schweizer Ingenieur- und Architektenvereins SIA.