Radon – die unsichtbare Gefahr im Haus

Es ist geruchlos, unsichtbar und doch gefährlich: das radioaktive Edelgas Radon. Wird es über längere Zeit eingeatmet, kann es zu Lungenkrebs führen. Jährlich sterben hierzulande 200 bis 300 Menschen an diesem Gas. Beispielsweise weil sie im eigenen Haus längerfristig einer Belastung ausgesetzt waren. Das Radon gelangt dabei aus dem Erdreich in den Keller und von dort über Ritzen und Löcher in die Wohnräume. Verstärkt wird dieser Effekt durch den Temperaturunterschied zwischen dem kühlen Keller- und den warmen Wohngeschossen. Dadurch entsteht ein sogenannter Kamineffekt, bei dem Luft aus dem Untergeschoss nach oben gesaugt wird.

Grundsätzlich findet sich Radon in der ganzen Schweiz. Die Belastung kann aber von Standort zu Standort stark variieren. Entscheidend ist auch die Bauweise des Gebäudes. Besonders gefährdet sind Liegenschaften mit Kellern ohne Betonboden, da hier das Radon einfacher aus dem Erdreich aufsteigen kann. Oft genügen aber auch schon Ritzen und Risse. Im Jahr 2018 hat das Bundesamt für Gesundheit den Grenzwert für die Radonbelastung in Gebäuden gesenkt. Klarheit, ob dieser im eigenen Haus darüber liegt, verschafft nur eine Messung. Sie kann selber mit Hilfe eines Dosimeters durchgeführt werden. Dieses bestellt man bei einem spezialisierten Labor, stellt es mindestens 90 Tage während der Heizperiode an einem empfohlenen Ort auf und retourniert es anschliessend zur Auswertung. Die Kosten pro Dosimeter betragen 70 bis 100 Franken.

Liegen die Werte zu hoch, muss eine Fachperson beigezogen werden, die festlegt, was weiter zu tun ist. Je nach Situation kann beispielsweise eine Entlüftungsanlage eingebaut werden, die das Radon aus dem Keller ins Freie befördert oder die Räume im Untergeschoss werden fachgerecht abgedichtet. Letzteres sollte bei Neubauten unbedingt standardmässig gemacht werden.

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