Macht es Sinn, die Hypothek des Vorbesitzers zu übernehmen?

Festhypotheken mit langen Laufzeiten von sechs oder mehr Jahren sind aufgrund der tiefen Zinsen für viele Eigenheimbesitzer derzeit sehr attraktiv. Wird die Liegenschaft vor Ablauf des Hypothekarvertrags verkauft, ist der Ausstieg wegen der damit verbundenen Strafzahlung aber teuer. Diese kann rasch mehrere Zehntausend Franken ausmachen. Betroffene Eigenverkäufer versuchen deshalb oft, die Hypothek an den Käufer weiterzugeben. Für diesen stellt sich dann aber die Frage ob es Sinn macht, auf das Angebot einzusteigen?

Grundsätzlich ist es nur ratsam eine Festhypothek zu übernehmen, wenn man selber sowieso eine solche abschliessen würde, die eine ähnlich lange Laufzeit hätte, wie die Restdauer der Hypothek des aktuellen Liegenschaftsbesitzers. Ausserdem muss die Übernahme finanziell attraktiv sein: Der Zinssatz sollte nicht höher liegen, als bei den Angeboten, die man von einem Finanzinstitut bei einem Neuabschluss erhalten würde. Ein Hindernis kann auch die Belehnungssumme der Hypothek sein. Da der Verkaufspreis einer Liegenschaft oft höher ist als der Preis, den der bisherige Besitzer einst bezahlt hatte, ist es möglich, dass die bestehende Hypothek nicht ausreicht, um die Differenz zum Eigenkapital zu decken. Ist dies der Fall, müsste eine zusätzliche Hypothek abgeschlossen werden, was die Sache unter Umständen verkomplizieren kann.

Und schliesslich hat auch das Finanzinstitut des bisherigen Besitzers ein Wörtchen mitzureden. Es muss bereit sein, den neuen Schuldner zu akzeptieren und den Hypothekarvertrag zu übertragen. Erfüllt man als Käufer beispielsweise die Tragbarkeitskriterien der Bank nicht – etwa aufgrund der Höhe des Einkommens – wird sie eine Übernahme der Hypothek allenfalls ablehnen, wozu diese das Recht hat.

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